RE:ET untersucht das Potenzial von Schilfrohr (Reet) und Rohrkolben (Typha) als Materialien für urbane Infrastruktur. Durch die systematische Entwässerung von Mooren gingen wertvolle Kohlenstoffspeicher verloren. Wiedervernässte Moore könnten durch Paludikultur – die Nutzung von Moorflächen – regionales Reet liefern, doch entsprechende Wertschöpfungsketten fehlen bislang. RE:ET überträgt die jahrtausendealte Nutzung von Schilfrohr in einen zeitgenössischen urbanen Kontext. Entstanden ist ein Sichtschutz- und Akustiksystem aus Reet und Typha für öffentliche Aufenthaltsräume, wie Bahnhöfe. In Holzrahmen gewebtes Reet bildet eine Struktur, die Licht filtert, Sichtschutz bietet und Geräusche dämpft. Rohrkolben dient als zusätzliche schallabsorbierende Füllung. RE:ET macht das Potenzial heimischer Feuchtlandpflanzen für eine klimabewusste Gestaltung öffentlicher Räume sichtbar und versteht sich als Impuls für regionale Materialkreisläufe und die Wiederetablierung lokaler Paludikultur.





