Die Torfstiche in Buch, am nördlichen Rand von Berlin, sind heute ein Raum für Naherholung und Spaziergänge. Teilweise umzäunt und geschützt, wirken sie wie eine unberührte, natürliche Landschaft. Sie ist allerdings geprägt von menschlichen Eingriffen, die sichtbar Ökologie und Hydrologie der dortigen Wiesen prägen: Durch die Wiesen ziehen sich übrig gebliebene Entwässerungsgräben. Und dort, wo die fossile Ressource Torf in der DDR abgebaut wurde, entstanden die nun mit Wasser gefüllten Torfstiche. Wofür genau der Torf in Buch abgebaut wurde, ist unklar. Bei den Anrainer:innen der Torfstiche kursiert die Erzählung, dass der Torf gegen Devisen nach West-Berlin gehandelt und dort für die Anzucht von Pflanzen der Bundesgartenschau in Britz (1987) verwendet wurde. Das Projekt „Überbleibsel” folgt dieser Geschichte. Entstanden ist eine künstlerische Spurensuche in den Wiesen, durch Archive und mittels Gesprächen mit Zeitzeug:innen. Sie alle erzählen einen kleinen Teil Berliner Stadtgeschichte.
Kann Torf eine Berliner Ost-West Geschichte erzählen?





